Zukunftsängste, Den falschen Beruf gewählt – was nun? 

Heute muss ich unbedingt mal ein paar Gedanken an euch loswerden, die mich seit Wochen plagen. Vielleicht habt ihr ja Anregungen dazu oder habt etwas Ähnliches erlebt – ich würde mich freuen.
Also… Ich fange mal ganz von vorne an. In der sechsten Klasse kam bei mir der große Traum auf, Psychologie zu studieren. Dieser ließ mich bis zum Abitur nicht mehr los, doch als ich die NC-Werte der Unis mit meinem Durchschnitt von 2,2 verglich, wusste ich sehr schnell, dass ich keine Chance haben werde. Die Aussicht auf eine Tätigkeit, die mir Spaß machen würde zerplatzte zunächst. Ich war zu meiner Zeit auf dem Gymnasium aber einfach nicht in der Lage gewesen, permanent zu lernen und dem Druck, den die Schule ausübte, standzuhalten. Nun entschied ich mich für einen Bundesfreiwilligendienst in einer Psychiatrie. Dort hatte ich ein tolles Jahr, weshalb ich mich weiterhin für die Arbeit mit Menschen entschied.

Soziale Arbeit oder Ähnliches studieren wollte ich nicht, darum blieb mir die Option eine Ausbildung anzufangen. Ich entschied mich für die Krankenpflege, letztendlich ein fataler Fehler. Ich schreibe diesen Post nicht, um den Beruf zu kritisieren, das tun schon genug Leute. Mein Problem mit der Ausbildung spiegelt sich nicht in den Klischees einer Pflegetätigkeit wieder, sondern hat ganz persönliche Gründe. Schlicht und einfach ist die Ausbildung nichts für mich.

Nur wie geht es jetzt weiter? Ein halbes Jahr verschwendet, Lücke im Lebenslauf, andere in meinem Alter sind bereits ausgelernt und verdienen Geld oder haben sehr bald ihr abgeschlossenes Studium. Was sagt bloß die Familie dazu? Alle waren stolz auf mich. – Solche Gedanken kommen großteils nicht von einem selbst in solch einer Situation. Sie sind das Produkt einer Gesellschaft, die permanent nach Perfektion strebt. Nach dem Abitur muss jeder sofort wissen, was er machen will und so schnell wie möglich damit anfangen. Wer sich nicht entscheiden kann hängt hinterher und wer etwas abbricht ist ein totaler Versager.

Genau dieses Problem bereitet mir solche Zukunftsängste. Ich habe fest beschlossen, die Ausbildung im Januar am Ende der Probezeit zu beenden und trotzdem kommt mir immer wieder der Gedanke, dass es einfacher wäre, weiterzumachen, um mir all den Stress zu ersparen. Doch das ist keine Option. Ich bin der Meinung, jeder sollte sich ausprobieren dürfen, um den Beruf zu finden, der einem wirklich Freude bereitet. Immerhin müssen wir unseren Beruf in der Regel bis ins hohe Alter ausüben. Also kommt für mich jetzt der nächste Schritt. Ich muss es der Familie beichten, den Klassenkameraden mit denen ich mich angefreundet habe Auf Wiedersehen sagen und kündigen.

Als meine neue Richtung wählte ich den Journalismus. Ich ging die Studiengänge in Hannover durch, da ich vor kurzem erst hergezogen bin und nicht wieder umziehen möchte. Auf den ersten Blick fiel mir nichts interessantes auf, doch je mehr ich über den Studiengang Journalistik nachdachte, desto sympathischer wurde er mir. Ich habe schon immer gern geschrieben und interessiere  mich für viele verschiedene Arten von Medien, also warum eigentlich nicht?

Von den wenigen Leuten, die schon Bescheid wissen, wurde ich immer wieder gefragt, wie ich denn darauf käme. Ich habe doch immer etwas mit Menschen machen wollen. Wenn ich eins gelernt habe, dann dass der Beruf Spaß machen muss. Nach diesem ‚Motto‘ wählte ich mein neues Tätigkeitsfeld. Nur,  weil ich mich zuerst für die soziale Richtung entschied heißt das nicht, dass ich für immer dabei bleiben muss, so ist meine Meinung dazu. Häufig im Leben  trifft man auf Menschen, die schon immer wissen, was sie machen möchten. Sie leben für ihren Beruf und wären nie auf die Idee gekommen, etwas anderes zu lernen. Allerdings gibt es aber auch Menschen wie mich, die nicht so denken. Nicht jeder durchschreitet seinen Lebensweg ohne sich ein einziges Mal zu irren. Letztendlich, denke ich,  tut das niemand.

Ich habe bald zwei Vorstellungsgespräche für Praktika und wenn alles klappt werde ich ab Oktober 2018 dann an der Hochschule Hannover anzutreffen sein. Der Weg dorthin bringt einige Hürden mit sich, aber alles ist besser, als ein Leben lang den Beruf auszuüben, den man in Wirklichkeit hasst. Meine nächsten Schritte werden ein Gespräch mit meinen Eltern und ein Termin bei der Studienberatung sein.

Obwohl ich genaue Pläne habe, bleibt die Angst, wieder die komplett falsche Entscheidung zu treffen. Abends liege ich stundenlang wach und frage mich, ob ich das richtige tue. Vielleicht hat ja jemand von euch Tipps für mich? Ich freue mich über jeden Kommentar.

Eure Anny ❤️

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