Bandportrait | OK KID

Bei all den geplanten Bandportraits entschied ich, mit einer ganz besonderen Band zu beginnen: Meiner Lieblingsband OK KID. Ich möchte euch in diesem Post näherbringen, warum ich die Band so schätze und warum sie sich von anderen Bands unterscheidet.

Zunächst ein paar kleine Fakten. Es gibt die Band seit 2012. Sie besteht seitdem aus Jonas (Gesang), Raffi (Schlagzeug) und Moritz (Keyboard, Synthesizer), drei unglaublich sympathisch wirkenden Jungs. Sie kommen aus Gießen, sind jedoch mittlerweile alle nach Köln gezogen. Ihr erstes Album veröffentlichten sie 2013 mit dem Namen der Band als Titel. Album Zwei erschien 2016, außerdem wurde 2014 eine EP mit dem Titel Grundlos released. Die Singles: Kaffee Warm, Stadt Ohne Meer(2013), Unterwasserliebe (2014), Gute Menschen (2015), Bombay Calling, Ich kann alles (2016), Zwei mal Februar, Remixes von Es ist wieder Februar (2017).

Die Band scheint es zu lieben, ihre Lieder hin und wieder zu verändern und zu recyclen, denn es erscheinen oft verschiedene Songversionen. Beispielsweise gibt es das Lied Kaffee Warm in drei verschiedenen Ausführungen. Selbst den eigenen Bandnamen drehen sie um, indem sie sich in ihr Synonym „KID OK“ verwandeln. Von einigen Liedern gibt es dann schließlich die Kid OK-Version mit deutlich stärkeren Beats. Außerdem dürfen sich die Fans häufig auf neue Remixes freuen. Sehr empfehlenswert finde ich persönlich den Bad Paris Remix von Euforia, den OK KID häufig live performt. Als Zuschauer durchlebt man einen unglaublichen Moment, wenn die Melodie und der Beat des Songs nach der ersten Strophe einsetzen. Durch all diese Modifikationen und Neuordnungen bleibt die Musik der Band stets abwechslungsreich, ohne je einer Art von Monotonie zu verfallen.

Die Lyrics der Band sind ausschließlich deutsch. Hierbei geht es zum Großteil um gesellschaftliche und politische Probleme, welche kritisiert werden. Vor Allem wird eine antifaschistische Haltung deutlich. Auch einige persönliche Aspekte sind in den Lyrics wiederzufinden, wenn man sich beispielsweise Verschwende mich oder Es ist wieder Februar anhört. Darin geht es weniger um Politik, sondern eher um den Ausdruck von Gefühlen. Letztendlich bieten sie zahlreiche Möglichkeiten zur Identifikation mit den Texten.

„Ich verschwende mich in dir
Verliere mich, vergesse mich für dich
Tanz ich auf Knien
Ich habs so gewollt und so hab ichs verdient“

OK KID – Verschwende mich

Die Sprache wird dabei kunstvoll eingesetzt. Man findet haufenweise Metaphern und Symbole, welche häufig innerhalb von Wortspielen und Redewendungen eingebunden werden. Auch Antithesen sind in den Songtexten zu finden: „Lieber in Pfützen baden, als an der Oberfläche treibend nach Luft schnappen.“ (Blüte dieser Zeit). Außerdem verwendet die Band für den Ausdruck von gesellschaftlicher Kritik oft rhetorische Fragen („Guten Morgen, wie geht’s, Ignoranz?“, Wisch&Weg).

„Weiche Strafen für gewaltbereite Ausländer, no go
Nein sie sind keine Nazis, auch sie trinken Kaffee Togo
Auch sie waren schon im Urlaub, wo es Schwarze gab
Und am Vatertag lief sogar Roberto Blanco
Der ein wunderbarer Neger war, wo ist das Problem?
Kinderschänder müssen sterben, voll ok
Böhse Onkelz auf der Heckscheibe stehen
Mit Deutschlandfahnen schwenkend durch die Straße gehen
Alles nur gut gemeint, aus Angst um ihre Blutsbrüder
Sie sind das Volk, alles nur besorgte Wutbürger
Stammtisch-Modus, jetzt wird laut diskutiert
Schwarz, Rot, Grün, alles wirkt braun meliert
Was, was homophob? (nein, nein, nein, nein, nein)
Sie sind da für kranke Menschen, auch Schwule kann man heilen
Eine Hand wäscht die andere rein
Brownies backen für die Hochzeit, Mohrenköpfe teilen
Und wenn im Sportlerheim die erste Strophe erklingt
Und das Brüderlein singt, ist das überhaupt nicht schlimm
Niemand schiebt hier irgendjemand ab
Alle lieben Aydin Döner, beste Soße der Stadt“

OK KID- Gute Menschen

Live erlebte ich OK KID bisher drei Mal. Zuerst beim Abifestival 2016 in Lingen (ein super umsonst&draußen Festival übrigens), danach an meinem 19. Geburtstag beim Deichbrand und schließlich kaufte ich Tickets für das Konzert in Bremen im Oktober 2016. Dort überredete ich nach dem Konzert meinen Freund, mit mir am Merchandise-Stand zu warten, was sich schließlich lohnte, da die drei tatsächlich kamen, um ihre Fans persönlich zu begrüßen. Sie nahmen sich für jeden einzelnen etwas Zeit, sodass ich kurz mit ihnen reden konnte. Außerdem waren sie so lieb, meinen Hoodie zu signieren, weshalb dieser zu meinem absoluten Lieblingsmerch wurde. Ein süßes Foto mit Jonas erhielten mein Freund und ich ebenfalls. Ich war überglücklich.

ok kid hoodie1146812254..jpg

Eine weitere Besonderheit bildet der Traum, der sich für die Jungs in diesem Jahr erfüllen wird: Ihr eigenes Festival. Am 09.06.2018 findet erstmalig das Stadt Ohne Meer Festival in Gießen statt. Eine Bandwelle gibt’s ohne Meer leider nicht, als erste Acts wurden aber Trettmann, Faber, Sohnemann und OK Kid selbst angekündigt. Tickets für das Festival erhaltet ihr hier. Ich selbst werde hoffentlich ebenfalls teilnehmen, dies steht jedoch noch nicht ganz fest. Dafür sehe ich die Band beim Deichbrand Festival und am 20.11.2018 in Hannover bei ihrer nächsten Tour.
Momentan spannt die Band ihre Fans ein Wenig auf die Folter, da indirekt Ende des letzten Jahres ein neues Album angekündigt wurde, als die neue Single Warten auf den starken Mann erschien. Eine Release-Date für das Album gibt es zwar nicht, aber ich vermute stark, dass es noch vor der Tour im November 2018 erhältlich sein wird.

In ihren fünf Jahren Bandgeschichte stellten Jonas, Raffi und Moritz zusammenfassend gesagt einiges auf die Beine und blieben dabei trotzdem sympathisch. Ich persönlich freue mich extrem auf das nächste Album, den kommenden Festivalsommer und die anstehende Tour. Zum Abschluss gibt’s noch meine drei Lieblingssongs:

Danke fürs Lesen und bis bald,

Eure Anny aka Festivalistin

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