Die Geschichten, die wir heute schreiben… (Jennifer Rostock)

…das sind morgen unsere guten alten Zeiten.

Falls ihr es noch nicht wusstet: Jennifer Rostock legen eine Pause ein. Vor ein paar Wochen spielten sie ihr letztes Konzert in der Columbia Halle Berlins. Nun gönnen sich Jennifer, Joe, Christoph, Alex und Baku nach 10 Jahren Bandgeschichte eine Auszeit.

Ich war erst relativ spät mit dabei, nämlich 2014, als mir ein damaliger guter Freund das Lied Schlaflos vorspielte. Seitdem weise ich dem Song und somit auch der Band eine hohe emotionale Bedeutung zu. Als mir im Winter 2017 klar wurde, dass Jennifer Rostock mit ihrer Musik pausieren würden, bestellte ich direkt Tickets. Egal, wer mitkäme, ich brauchte diese Tickets, da ich die Band vorher noch nie live erleben konnte. Am 13. April war es endlich soweit, ich platzte fast vor Aufregung. Etwa eine Stunde vor Einlass platzierten meine Begleitung und ich uns vor der Halle hinter ein paar anderen wartenden Fans. Wir ergatterten einen Platz relativ weit vorne in der Mitte, kauften Bier und Merch und warteten gespannt. Smile and Burn sorgten für ein ausgiebiges Aufwärmprogramm und dann ging es endlich los. Der Auftritt von Jennifer Rostock begann mit einem Rückblick der vergangenen 10 Jahre. Man sah all die Veränderungen und Entwicklungen, die die Band seit 2008 durchlebt hat, musikalisch sowie optisch. Jennifer rief schließlich  „…und danke, dass ihr all die Frisuren mitgemacht habt!“, was für Lacher sorgte. Als das Konzert dann begann, konnte ich es kaum glauben: Auf der Bühne stand tatsächlich Jennifer Weist! Dieses seltsame Gefühl, wenn man eine Person seit Jahren von Fotos und Videos kennt und sie dann das erste Mal wirklich sieht. Die Ausstrahlung und Power dieser Frau warfen mich um und wirkten direkt mitreißend. Fast das gesamte Konzert über bildeten meine Freunde und ich einen Teil des Mosh-Pits. Texte mitgeschrien, gelacht, getanzt, gemosht und am Ende mit Tränen in den Augen realisiert, dass es schon vorbei ist. Die Guten Alten Zeiten spielte die Band zuletzt.

„Doch der Regen verwischt unsre Spur’n schon
Blicke auf die tickenden Uhr’n, Zeit ist ein Hur’nsohn
Leg‘ unser Luftschloss in Trümmer
Es war nie für immer

Alles geht vorbei, alles geht vorbei
Sag mir, was bleibt
Alles geht vorbei, alles geht vorbei
Sag mir, was bleibt
Die Geschichten, die wir heute schreiben
Das sind morgen unsre guten alten Zeiten
Und das ist, was bleibt
Von der guten alten Zeit“

Jennifer Rostock sorgen für mehr, als nur gute Musik. In ihren Texten thematisieren sie wichtige politische Themen, indem sie sich unter Anderem für Frauenrechte und gegen Nazis aussprechen. Während des Konzerts rief Jennifer z.B. laut „Nazis raus, Schwanz rein.“. Auch eine riesige Regenbogenflagge wurde geschwungen. Jennifer Weist, die Frontfrau, unsere Hengstin, ist eine unglaubliche Powerfrau. Ihre coole, sehr individuelle Art zeigt mir immer wieder, wie wichtig es ist, man selbst zu sein. Sie zeigt ihren Fans ehrliche Emotionen und reißt sie durch ihre Energie mit. Man muss sie einfach lieben.

Auf Instagram veröffentlichte die Band nach dem letzten Konzert der Tour am 13.05.2018 ein tränenreiches Abschiedsvideo. Außerdem wurde zum Abschied eine Aktion gestartet, bei der alle Fans gemeinsam einen Brief schreiben. Jeder konnte einen Satz darüber, was die Band ihm bedeutet, an eine Email-Adresse schicken. Die Sätze werden am Ende zusammengefügt, worauf gerade alle gespannt warten.

Klar, ich war nicht die gesamten 10 Jahre dabei, aber trotzdem: Ich liebe Jennifer Rostock, ob nun seit 4 Jahren oder seit 10. Obwohl sie in einem Post versicherten, dass es kein Abschied für immer sein wird, vermisse ich die Band bereits sehr. Ich bin dankbar für eine tolle Zeit, kommt bald zurück. ❤

 

Foto: Viktor Schanz

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