Rückblick | Leoniden Konzert

Kennt ihr das, nach einem Konzert noch aufgeregter zu sein, als vorher? Einfach weils so geil war? Bei der 1live Krone zählten die Leoniden als Newcomer, ich finde sie gar nicht so neu, denn es war bereits mein viertes Konzert von ihnen. Jedoch das erste, das nicht auf einem Festival stattfand. Wenn sie jedoch ein Newcomer sind, dann sind sie DER Newcomer.

Das Konzert war im Musikzentrum, einer ziemlich kleinen Location in Hannover. Dementsprechend schnell war die Veranstaltung ausverkauft und es erwies sich als schwierig bis unmöglich, kurz vorher noch Karten zu bekommen. Durch mein früheres Praktikum konnte ich zwei Plätze auf der Gästeliste ergattern und überraschte eine Freundin, indem ich sie mitnahm. Wir kamen recht früh und stellten uns mittig in die erste Reihe. So einen guten Platz hatte ich, soweit ich mich erinnere, noch nirgends. So nah, dass ich teilweise dem Mikrofonkabel von Jakob ausweichen musste. Durch den Mosh-Pit hinter uns wurden wir teilweise gegen die Bühne gequetscht, weil es im Musikzentrum keine Wellenbrecher gibt. Meine Hüfte war danach komplett blau, aber das war es wert.

Die Leoniden spielen Shows ohne Ende, Müdigkeit sieht man ihnen aber nicht an. Jedes Bandmitglied weist einen eigenen verrückten Tanzstil auf, bei Lennart sogar sehr sehr verrückt, und man sieht, wie viel Spaß die Band auf der Bühne hat. Diese Energie riss das Publikum komplett mit, die Stimmung war einfach perfekt.

My ears are ringing
My throat is dry
And my hands are trembling

Fuck it all
We killed it tonight

Leoniden – Kids

Sie interagierten häufig mit den Fans, was ich bei anderen Bands oft vermisse. Spontan passierten auf der Bühne immer wieder lustige Dinge. Als die Menge immer wieder „Ausziehen, ausziehen!“ rief, zog Jakob schließlich seine Schuhe aus. Ein Fan nahm einen der Schuhe und roch daran, worauf Jakob mit einer Mischung aus Entsetzen und Lachkrampf reagierte: „Alter hast du da gerade dran gerochen? Wir sind seit 6 Wochen auf Tour!“. Zwischendurch gab’s außerdem für die ersten Reihen ein High Five aller Bandmitglieder.

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Für den letzten Song beschlossen meine Freundin und ich, Teil des Mosh-Pits zu werden, was mich schließlich killte. Völlig verschwitzt und glücklich gingen wir kurz zum Merch und anschließend nach draußen, um frische Luft zu schnappen. „Moment, ist das nicht..???“ JA, da stand tatsächlich Jakob und führte ganz entspannte Gespräche mit den Fans. „Erste Reihe Squad!“, begrüßte er uns. Wir quatschten kurz, ich hätte ihm gern vieles gesagt, war aber mal wieder zu aufgeregt, darum sagte ich nur, wie froh ich bin, dabei gewesen zu sein. Am Merch trafen wir außerdem Lennart, der nüchterner wirkte, als er auf der Bühne zu sein schien. Jemand fragte Jakob, ob Lennart Drogen nimmt, was er verneinte. Sehr inspirierend, dass eine Band mal nicht auf Alkohol und Drogen setzt, sondern ohne all das Spaß haben kann und dazu noch verrückter tanzt, als gefühlt jeder Mensch, den ich kenne.

Aktuell grase ich alle Festival-LineUps nach den Leoniden ab und habe sie schon ein paar mal entdeckt. Unter anderem beim Open Flair und  Hurricane Festival. Ich kann es kaum erwarten, sie wiederzusehen, denn vier Konzerte waren definitiv nicht genug. Falls ihr sie noch nicht kennt, solltet ihr unbedingt mal reinhören.

Bei der Begrüßung rief jemand aus der Menge: „Jo moin, spielt Sisters„, so stumpf, dass Jakob loslachen musste.

4 Kommentare

  1. Sehr musikalisch, beschwingt und originell. Abseits des Mainstream, ehrlich und direkt mit leisen Zwischentönen in den Details, die zudem Spaß machen. Eine absolute Top-Band. Entspricht nicht so meinen Hörgewohnheiten und meinem Geschmack, weil ich auf Härteres und Anderes stehe. Aber das sind persönliche Präferenzen, die der Güte der Band keinen Abbruch tun und diese nicht tangieren müssen. Ich verbeuge mich trotzdem einmal mehr vor deinem hervorragenden Musikgeschmack und dieser hervorragenden Band, die bestimmt noch größere Säle füllen wird, wenn sie sich treu bleibt. Meine Lieblingsband Black Sabbath spielte am Anfang in einer Kneipe vor fünf Besuchern und gegenüber war ein Kino, das immer voll war. Es liefen die Horrorfilme aus den Hammer-Studios oder die Poe-Verfilmungen von Roger Corman. Black Sabbath überlegten sich, die Besucher in die Kneipe zu bekommen und versuchten nun, auch ähnlich der spannenden Filmmusik zu musizieren. Und eigentlich nannten sie sich erst dann „Black Sabbath“ nach einen Horrorfilm von Mario Bava. Plötzlich wurde die Kneipe zu klein für die Besucher und Heavy-Metal war geboren.

    Verzeih die lange Ansprache, aber ich hab die Biografie von Ozzy gelesen und wollte ein wenig an Wissen weitergeben .. Dank an dich, LG PP

    Gefällt 1 Person

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