Warum ich Rock am Ring scheiße finde, aber dieses Jahr trotzdem zu Rock im Park fahre

Rock am Ring 2019 war für mich kurz gesagt ein riesiger Flop. Nachdem ich aus zeitlichen Gründen erst Freitags anreisen konnte war meine erste Festival-Erfahrung nur von kurzer dauer. Samstag-früh saß ich wieder im Zug.

Schade eigentlich. An den Konzerten lag es jedenfalls nicht. Neben alten Favoriten von mir wie Slash und Halestorm haben Alice in Chains wirklich von sich überzeugt. Mit den Smashing Pumpkins habe ich am Ring sogar eine meiner neuen Lieblingsbands entdeckt und dann waren da natürlich noch TOOL – der eigentlich einzige Grund für meinen Ticketkauf. Die Band schaffte es, mir noch nach Mitternacht im strömenden Regen die Tränen in die Augen zu treiben.

Warum bin ich dann abgehauen?

Den ersten Punkt habe ich schon angerissen: Das Wetter hat sich einfach geweigert mitzuspielen. Durchgehend hat es geregnet. Dabei hat der Wind hat so unerbittlich geblasen, dass ich bei der Rückkehr zu meinem Zelt nur noch eine schlaffe, löchrige Plastik-Plane vorfand, die meine Sachen so halbwegs bedeckte. So ein Wetter machte dann auch die 45 minütigen Laufwege zu den Bühnen nicht wirklich erträglicher, die noch um die übertriebenen Wartezeiten für Plätze in den vorderen Reihen verlängert wurden. Im großen und ganzen könnte man fast sagen ich habe einfach Pech gehabt. Trotzdem ist das Ring-Festival für mich eine organisatorische Katastrophe, der man jeden einzelnen seiner 100.000 Besucher schmerzlich anmerkt.

Nach einer durchfrorenen Nacht im Vorzelt einer Freundin bin ich dann gegen 7 Uhr morgens von lauter Trash-Mucke aus dem Nachbar-Camp geweckt worden, habe mich wieder auf den Heimweg gemacht und war der festen Überzeugung, dass Festivals nichts für mich sind. Zum Glück hat mich das Appletree Garden zwei Monate später eines besseren belehrt.

Warum will ich trotzdem wieder hin?

Wenn ich’s nicht besser wüsste würde ich denken, das Line-Up haben sie anhand meiner Spotify-Playlists erstellt. Mit Black Veil Brides und Green Day sind die unangefochtenen größten Helden meines 14-Jährigen Emo-Ichs vertreten. Beide mit brandneuem Material. Korn, Deftones, System Of A Down und Disturbed bilden die perfekte Auswahl an Nu-Metal-Legenden und Billy Talent laufen bei mir seit Monaten in Dauerschleife. Für meinen Core-Bedarf sind August Burns Red, Of Mice & Men, We Came As Romans und Motionless In White natürlich genau das Richtige. Nachdem ich Myles Kennedy letztes Jahr schon mit Slash bewundern durfte reizt es mich auch sehr ihn jetzt mit seiner Band Alter Bridge zu erleben. Für das richte Festival-Feeling dürfen Trailerpark auf ihrer Abschiedstour natürlich auch nicht fehlen.

Ob ich es wieder bereue wird sich zeigen, aber das Risiko bin ich bereit einzugehen. Immerhin soll das Rock im Park-Festival ja besser organisiert sein.

Foto: Andreas Lawen/Fotandi

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