„Lo-Fi verändert unsere Ansicht darauf, wie Musik klingen sollte“

Wie Lo-Fi den Weg in die Musikwelt fand und wie sich die Wahrnehmung verändert.

English version below!

Das Knacken eines Plattenspielers. Sanfte Hintergrund-Beats, sich wiederholende Klaviertöne. Das Geräusch von fallendem Regen.

Einzeln mögen diese Geräusche nach wenig klingen, kombiniert jedoch lösen sie schnell eine bestimmte Assoziation aus: Sie klingen wie ein typischer „Lo-Fi-Track“. 

Diese Lo-Fi-Tracks klingen häufig so wie dieses Stück des Soundcloud-Nutzers nymano:

„jazz and rain“ von Soundcloud-User nymano

Doch Lo-Fi ist mehr als „nur“ easy listening: Ein eigener Musikstil mit langer Geschichte und sich ständig verändernden Definitionen. 

In diesem Artikel schauen wir uns Lo-Fi genauer an: Was der Begriff bedeutet, wie es zu einem eigenen Genre und immer populärer wurde und warum der Ruf in einigen Szenen heutzutage alles andere als gut ist.

Was ist „Lo-Fi“?

„Der Drang, Musik zu machen mit dem, was auch immer gerade zur Hand sein mag, ist eine Konstante im menschlichen Verhalten“

Martin Chilton, Discover Music

Musik kann alles sein und Musik ist überall zu finden. Im rhythmischen Klappern eines heranfahrenden Zuges. Im Plätschern einiger von der Decke tropfenden Wasserperlen. Im Singen eines Vogels. Die Vorstellung von Musik existiert auf der ganzen Welt, jede Kultur hat ihren eigenen Umgang mit ihr. Seit ihrer Evolution hat die Menschheit Musik für sich entdeckt und immer nach neuen Wegen gesucht, sie umzusetzen. Wie der Journalist Martin Chilton auf der Website Discover Music treffend zusammenfasst: „Der Drang, Musik zu machen mit dem, was auch immer gerade zur Hand sein mag, ist eine Konstante im menschlichen Verhalten.“ 

Musik im Allgemeinen muss keinen spezifischen Regeln folgen. Man muss kein bestimmtes Instrument nutzen oder einer bestimmten Tonsequenz folgen, um Musik zu machen. Wenn jemand Musik machen will, ist es egal, was er oder sie dafür nutzt, alles kann ein Instrument sein. Händeklatschen, einen Rhythmus auf einem Waschbrett reiben, eine verstimmte Gitarre, die eigene Stimme oder künstliche Töne, die von einem Computer produziert werden – die Möglichkeiten, Musik zu machen sind schier endlos. Und in vielen Fällen beginnt der Prozess des Musikmachens, auch auf professioneller Ebene, in den eigenen vier Wänden. 

Die Ergebnisse von „hausgemachter“ Musik können stark variieren: Raue und laute Gitarrenriffs, gespielt in einer Garage, einfache Töne, am Laptop produziert und zu einem entspannten Beat zusammengefügt oder Musik mit starker Verzerrung, die dadurch entsteht, ein Mikrofon zu nah an den Verstärker zu stellen, beispielsweise wenn das eigene Zimmer zu klein ist, um es weiter weg zu stellen. Es ist egal, wie diese Beispiele unter die Menschen gebracht werden, sie alle sind Musik – und sie alle sind, auf ihre eigene Art und Weise, Lo-Fi. 

Künstlerin Yowlandi in ihrem „Heimstudio“

Das Wort „Lo-Fi“ ist eine Abkürzung für „Low Fidelity“, was, wenig überraschend, das Gegenteil von High Fidelity (Hi-Fi) ist. Hi-Fi bezeichnet ein Audio, das den gesamten Umfang von Frequenzen wiedergibt, ohne diese zu verzerren oder Teile von ihnen auszulassen. Bei einer Lo-Fi-Aufnahme wiederum werden Teile dieses Hi-Fi-Spektrums ausgelassen oder verzerrt reproduziert. 

„Lo-Fi im weitesten Sinne wurde im historischen Kontext verwendet, um Musik oder, im Allgemeinen, Audio zu beschreiben, welches Aspekte beinhalten, die konventionell als ‚unerwünscht‘ gelten, zum Beispiel Verzerrung“, sagt die Dozentin Emma Winston der Goldsmith University of London dazu. „Heutzutage wird der Begriff häufig spezifisch verwendet, um einen bestimmten Stil der instrumentellen Musik zu beschreiben.“ 

Sie ergänzt: „Während der Begriff High Fidelity oftmals verwendet wird, um Musik zu beschreiben, die sauber klingt, wird Low Fidelity dazu benutzt, Musik zu beschreiben, die eher Ecken und Kanten hat.“

Diese „Ecken und Kanten“ kommen meistens durch die digitale Produktion von Lo-Fi-Musik zustande. Das kann ungewollt passieren oder auch durch fehlendes technisches Equipment. In einigen Fällen ist es jedoch auch genau das, was die ProduzentInnen wollen. Hierbei kann es vorkommen, dass ein Track absichtlich auf „Alt“ gemacht wird, indem beispielsweise Plattenspieler-Effekte künstlich eingefügt wird – Ein Knacken oder instabile Tonhöhen einer Schallplatte, die sich in den Jahren verzogen hat.

In der Vergangenheit waren Lo-Fi-Klänge eher etwas für kleinere Bands. Gründe dafür waren wenig oder gar kein Budget für gutes Equipment oder professionelle Tonstudios. Im Laufe der Jahre jedoch veränderten sich diese Tonstudios, die Möglichkeiten der Musikproduktion wurden einfacher und somit zugänglicher – auch für hobbymäßige MusikerInnen zu Hause. „Heutzutage ist es möglich, hochqualitative Klänge gemütlich von zu Hause aus aufnehmen zu können, ohne zu viel dafür auszugeben“, erklärt Winston.

In der aktuellen Musikwelt sei Lo-Fi immer häufiger eine bewusste Wahl der KomponistInnen, kein Ergebnis der eingeschränkten Aufnahmemöglichkeiten, fügt sie hinzu. Mehr als je zuvor werde der Klang des Selbstgemachten, der „DIY-Sound“, als stilistisches Mittel genutzt – vielleicht, um zu zeigen, dass Musik etwas ist, das von Menschen gemacht wird und nicht von Maschinen. 


Emma Winston ist eine Doktorantin und Dozentin der Popular Music Research Unit an der Goldsmith University of London. Sie befasst sich hauptsächlich mit „non-professional musicians“, also MusikerInnen, die nicht unbedingt in die Definition der/des „professionellen Musikers/Musikerin“ passen, aber dennoch gerne Musik machen. Winston produziert unter dem Namen Deerful ihre eigene Musik.

Deerful – Moon Maps

Über die Jahre

Seit den 1950er Jahren ist Lo-Fi ein integraler Bestandteil der Musikindustrie. Angefangen als eine Art der Musikaufnahme fand es schnell einen Weg in den Mainstream und schließlich sogar soweit, als eigenes Genre bezeichnet zu werden.

Der Zeitstrahl zeigt einen genauen Blick auf die Geschichte des Lo-Fi.

Ruf

Im Grunde kann jede Art von Musik, die zu Hause produziert wird, von Garage Rock bis Techno, als Lo-Fi bezeichnet werden. Musik wird hierbei als etwas selbstgemachtes definiert, die MusikerInnen als solche, die keine hochwertigen technischen Geräte benötigen, um etwas zu erschaffen, das so eine emotionale Bedeutung mit sich bringt wie Musik. 

Aber nicht alle, die von zu Hause aus Musik machen – auch wenn diese als Lo-Fi definiert werden kann – wollen sie als solches bezeichnen.

Die Ablehnung des modernen Lo-Fi-Konzepts findet sich in der Musik-Community immer wieder. „In seiner heutigen Form finde ich [Lo-Fi] sehr unkreativ und langweilig“, erklärte die* 23-jährige Maël, die in ihrer* Freizeit Musik als In Love With A Ghost produziert, BuzzFeedNews.

„Das Hauptproblem ist, dass Lo-Fi als eine Art boom-clap Hip Hop gestartet ist. Aber dann wurde jede Musik, die aus gesampelten Teilen bestand, in die gleiche Kategorie gepackt – dann kam noch alles dazu, was irgendwie atmosphärisch und langsam klingt – und jetzt ist das alles nur noch ein riesiges, bedeutungsloses Chaos“, fügt they hinzu. Über lange Zeit war in In Love With. A Ghosts  YouTube-Biografie zu lesen: „ps: Ich hasse Lo-Fi“. 

Ein weiteres Beispiel einer Künstlerin, die sich von dem Begriff distanziert, ist Jolande. Die 22-Jährige begann schon in ihrer frühen Jugend, Musik zu machen, sagt sie. Heute produziert sie ihre eigenen Beats und singt ihre eigenen Tracks unter dem Namen Yowlandi ein, mal alleine, mal mit FreundInnen. 

Yowlandis Musik passt vom Klang und von der Art der Produktion her in die Lo-Fi-Definition: Ruhige Beats, gesampelte Instrumente, ab und zu das Knacken eines Plattenspielers, all das aufgenommen und gemischt in verschiedenen Wohnungen – ohne professionelles Studio. 

Fragt man Yowlandi allerdings danach, distanziert sie sich von dem Begriff Lo-Fi. „Die Musik von vielen Menschen, mit denen ich Musik mache, mag nach Lo-Fi klingen, aber niemand möchte als Lo-Fi-KünstlerIn bezeichnet werden“, kommentiert sie. „Das liegt eben daran, dass das Wort ‚Lo-Fi‘ normalerweise sofort mit diesen Chill-Learn-Playlists in verbindung gebracht wird – und niemand möchte, dass ihre Musik so klingt.“

In diesem Video spricht Yowlandi mehr über die Thematik: 

Study Beats

Playlists aus der „Study-Beats-Szene“, wie Yowlandi sie nennt, sind ein Internet-Phänomen. Wer „lofi“ in die YouTube-Suchleiste eingibt, findet zahllose Videos, die meisten von ihnen dauern mehrere Stunden, einige sind 24-Stunden-Livestreams. Sie tragen Titel wie „Beats to relax/study to“, „lofi hip hop radio“, „sad lofi for rainy days“ oder „staying in. Lofi/jazzhop mix“. 

Im Hintergrund dieser Videos steht häufig ein Bild oder eine kurze, sich wiederholende, Videosequenz, die eine pastellfarbene Anime-Szene zeigen. Bei den ZuuschauerInnen kommt das gut an – der bekannteste Lo-Fi-Livestream des YouTube-Kanals ChilledCow hat für gewöhnlich über 20.000 aktive ZuhörerInnen. 

Die zeitlich begrenzten Videos zeigen ebenfalls ein großes Publikum an, einige der beliebtesten Videos haben mehrere Millionen Klicks. Beim Betrachten dieser Zahlen stellt sich die Frage, ob diese ZuhörerInnen dies tatsächlich aktiv tun. Wahrscheinlicher ist es, dass diese Streams, wie Yowlandi im Video sagt, eher für Menschen gemacht sind, die nicht aktiv dem zuhören, was sie abspielen.

Ein Blick in die Kommentar- und Chatfunktion auf dem YouTube-Stream von ChilledCow könnte eine Antwort geben. 

Quelle: YouTube.com/ChilledCow

Der Livechat bewegt sich konstant, vibriert regelrecht vor neuen Nachrichten, sie kommen so schnell, dass sie kaum lesbar sind. Ab und zu eine Nachricht wie „schau die meinen Kanal an“, die Zeitzonen der HörerInnen, Gesprächsfetzen oder gar Spam-Links – es scheint, als hörte tatsächlich niemand zu. 

Ein Blick auf die Kommentarspalte jedoch verändert diesen Eindruck. „Meine Hausaufgaben stressen mich total, aber dem hier zuhören hilft mir, mich zu entspannen“, schreibt Userin Obi-Aola. „Menschen wie ich würden ohne diese Musik nicht existierten“, schreibt User Michael Roque und fügt hinzu: „Die Welt im mich herum bewegt sich weiter, doch ich bin hier ganz bei mir.“ Dieser Kommentar wurde 550-Mal geliket und erhielt zahlreiche Kommentare von NutzerInnen, die ihm zustimmen. 

Nachrichten und Kommentare wie diese werfen neue Fragen auf. Muss man Musik aktiv hören, um sie richtig wertschätzen zu können? Gibt es überhaupt eine „richtige“ Art und Weise, Musik wertzuschätzen? 

Auf diese Fragen gibt es keine allgemeine Antwort, das Verhalten der Einzelnen ist einfach zu unterschiedlich. In Zeiten wie diesen, wo Personen sich Maschinen kaufen, die ihr Schlafzimmer mit sogenannter „White Noise“ füllen, während sie schlafen, scheint ein konstantes Hintergrundgeräusch sehr wichtig zu sein. In absoluter Stille zu Hause zu sitzen erscheint – besonders in Corona-Zeiten – unangenehmer als einen permanenten Soundtrack zu haben, der die eigenen Gedanken untermalt. Ein Musikgenre, das gerade dafür erschaffen wurde, quasi unendlich lange einen solchen Soundtrack zu liefern, könnte also auch eine Möglichkeit sein, die eigene Einsamkeit zu vertreiben. 

„Lo-fi verändert unsere Ansicht darauf, wie Musik klingen sollte“

Emma Winston

Die Frage, was Lo-Fi für eine Bedeutung besitzt, kommentiert Emma Winston damit, dass sie sagt: „Ich denke gerne, dass Lo-Fi unsere Ansicht darauf verändert, ‚wie Musik klingen sollte‘. Wenn ein Künstler oder eine Künstlerin heutzutage sehr einfach die Möglichkeit hat, eine hochqualitative Aufnahme ohne Verzerrungen oder Mängel zu erstellen, sich aber dagegen entscheidet – Was sagt das darüber aus, welche Klänge für erstrebenswert gehalten werden?“ 

Die Zukunft (Kommentar)

Seitdem es existiert, hat sich Lo-Fi von einer Aufnahmeart zu einem eigenen Genre entwickelt. Über die Jahre hinweg hat sich der Stil und auch der Ruf verändert. Und das wird vermutlich so weitergehen.

Study Beats Playlists könnten weiterhin an Beliebtheit zunehmen. Emma Winston sieht die Zukunft dieser Playlist allerdings nicht gesichert. „Ich bin gespannt, was mit ihnen passieren wird“, sagt sie. „Sie sind total abhängig von einer kleinen Anzahl an großen, zentralisierten Plattformen.“ Winston sieht ein großes Risiko darin, dass die Playlists sofort verschwinden könnte, wenn es beispielsweise einen großen Urheberrechtsverstoß gäbe. Ganz unwahrscheinlich scheint dieser Fall nicht, da modernes Lo-Fi viel von gesampelten Teilen anderer Songs lebt – was besonders aufgrund immer neuer Copyright- und Datenschutzregeln, wie beispielsweise Artikel 13. 

Winston zeigt außerdem die Problematik auf, dass es für KünstlerInnen schwieriger werden könnte, ihre Musik ohne die Hilfe von internetbasierten Megakonzernen zu verbreiten. Wie sollte eine kleine lokale Band jemals die Möglichkeit haben, groß rauszukommen, wenn anonyme Streams Millionen ZuschauerInnen anziehen?

Auch ein gefürchteter Kreativitätsverlust ist besorgniserregend. Wie kreativ kann Musik schon sein, die häufig bereits existierende Stücke aufnimmt und wiedergibt? Führt das nicht dazu, dass der DIY-Aspekt, der Lo-Fi anfangs definiert hat, verschwindet? 

„Der Verlust des DIY-Aspekts im Lo-Fi ist nicht sonderlich wahrscheinlich“, beruhigt Winston. Es sei durchaus anzunehmen, dass kreative Menschen weiterhin Musik machen, indem sie ein Mikrofon von geringer Qualität neben eine alte Gitarre stellen, in die Hände klatschen und dem Drang, Musik zu machen, einfach nachgeben. Zwar mag die Verbreitung dieser Musik schwieriger werden, unmöglich sei sie jedoch nicht. 

Sogar Billie Eilish, eine der meistgestreamten Künstlerinnen der vergangenen zwei Jahre, hat in ihrem Schlafzimmer angefangen, zu singen. Und auch in ihrem Debütalbum schafft sie es, ab und zu verzerrte Klänge zu benutzen.

Das zeigt: Es ist durchaus möglich, dass der gezielte Einsatz von „einfachen Mitteln“ in der Musik fortgeführt wird. Vielleicht ist das auch gerade der Reiz. Vielleicht braucht es in einer Welt, in der es Möglichkeiten ohne Ende gibt, Musik perfekt klingen zu lassen, genau diese verzerrten Klänge, um Leuten zu zeigen, dass es immer noch möglich ist, Dinge von Hand herzustellen.

Text und Bilder (außer anders gekennzeichnet):
© Nele Schröder

English Version

„Lo-fi destablises ‚what music should sound like'“

How lo-fi made its way into the music world and how its perception is constantly changing

A record crackle. Soft background beats, sampled piano strumming, the sound of falling rain. Combined, they create a track which many people would call „lo-fi“.

Often times, these tracks sound like the one below by Soundcloud-user nymano.

Track „jazz and rain“ by Soundcloud-user nymano

But lo-fi is much more than it’s present-day association: A style of music with a long history and ever-changing definitions – and reputations. 

Here’s a closer look how lo-fi came along, how it became popular and why it’s reputation came along to be as bad as it is in some scenes.

What is „Lo-Fi“?

„The urge to make music, using whatever at hand, is a constant in human behavior”

– Martin Chilton, Discover Music

Music can be everywhere. The rhythmic clapping of an approaching train, drops of water falling from a ceiling, a singing bird – the idea of music exists all around the world, every culture has its own approach on it. Humans have been making music ever since they evolved. As writer Martin Chilton wrote on Discover Music: „The urge to make music, using whatever at hand, is a constant in human behaviour.“ 

Music in general doesn’t have to follow specific rules, there isn’t one certain device that has to be used, nor a specific tone sequence to follow. When making music, it doesn’t matter what is used – everything can be an instrument: Clapping hands, scrubbing a rhythm on a washing board, using a family member’s old guitar, ones’ voice, or artificial sounds, created by a computer… the possibilities of making music are merely endless. And often times making music, even professionally, starts at ones’ home. 

The results of home-made music can differ immensely: Rough and loud guitar music played in a garage, simple sounds produced on a laptop on ones’ desk, combined to a relaxed beat, heavy distortion, created by a microphone placed too close to the amplifier, because ones’ bedroom was too small to put it further away. Regardless of its distribution, all of the examples are music – and all of them are, in their own way, lo-fi. 

Artist Yowlandi in her home recording „studio.“

The word “lo-fi“ is an abbreviation and stands for Low Fidelity, which is, as one might think, the opposite of High Fidelity (hi-fi). Hi-fi refers to audio which reproduces the whole range of frequencies without distorting them or leaving them out. A low fidelity recording might be missing a part of the hi-fi sound spectrum or might reproduce it as distorted instead.

“Lo-fi, most broadly, has historically been used to refer to music, or audio more generally, which includes features which are conventionally viewed as ‘undesirable’ – like distortion. In present day the term is often used specifically to refer to a style of instrumental music”, explains Emma Winston from Goldsmiths, University of London.

She adds: “While high fidelity often gets used simply to refer to music that sounds polished, low fidelity is used to refer to music that sounds rougher around the edges.”

This rougher sound is often caused by the digital production of lo-fi music. That might happen unintentionally, or due to missing technical devices. Sometimes, though, that is exactly what was wanted in the first place. In this case, a track may get intensified by artificial, vinyl-like effects – a crackle or some pitch instability of a record that warped over time. 

Historically, lo-fi was mostly a thing for small bands. Reasons for that were little to no budget for high-quality equipment or professional recording studios. Throughout the years, recording studios and therefore the possibilities of recording music, even at home, changed. “It’s now possible to record high-quality audio in the comfort of your own home without spending too much,” Winston explains. 

In present day, lo-fi is often a conscious choice made by composers, rather than the result of limitations of available recording technology, she adds. More than ever before, the DIY-sound of those recordings is nowadays used as a stylistic device – maybe to prove that music is something made by humans and not by machines. 

Emma Winston is a PhD candidate and lecturer based in the Popular Music Research Unit at Goldsmiths, University of London. She mainly researches non-professional musicians, which she defines as „people who don’t necessarily fall under the industry’s definition of a ‘professional musician’ but make music anyway.“ She also composes her own music under the name “Deerful„. You can watch the video of her song „Moon Maps“ below.

Throughout the Ages

Ever since the 1950s, lo-fi has been an integral part of the music industry. Starting off as simply a way of recording, it quickly made its way into the mainstream, eventually even becoming a separate genre.

Here’s a closer look at the history to show the diversity and original meaning of lo-fi and how it became what it is today. 

Reputation

Technically everything home-made, from Garage Rock to Techno beats can fall under the lo-fi definition. This definition carries the meaning of music as something home-made, of people that don’t need fancy technology to create something as emotionally important to humankind as music. 

But not everyone who makes music at home – even if that fit the modern-day definition of lo-fi – wants to call it that. 

The rejection of the modern-day lo-fi concept can be found throughout the music community. „In its current states I find [lo-fi] very uncreative and boring,“ Maël, a 23-year-old from France, who produces music as In Love With A Ghost, told BuzzfeedNews. 

„The main problem is that it started as a sorta subculture of boom-clap hip-hop … but then every sampled music with static recordings was put in the same category, and then anything close to ambient and downtempo came in too, creating that big meaningless mess that it is right now,“ added the musician, who plays piano and produces their own mixes. For a long time, they had added „ps: I hate lo-fi“ to their YouTube bio.

Another example of a music artist who doesn’t, is Jolande. The 21-year-old student from Germany has been making music since she was a young teenager, she says. Today, she produces her own beats and sings her own tracks under the name Yowlandi, sometimes along with friends. 

Because of its sound and way of being produced, Yowlandi’s music fits the modern-day definition of lo-fi: Low beats, sampled instruments, an occasional vinyl-record-crack, all recorded and mixed in various apartments without the use of a professional studio. 

Yet when asked, she distances herself from the word lo-fi. “A lot of the people I’m with might sound like lo-fi, but no one wants to be called a lo-fi artist”, she comments. “That is because thw word „lo-fi artist“ is usually connected to those chill-and-study-playlists and nobody wants their music to be that.”

For a further comment on the topic of lo-fi’s reputation by Yowlandi, you can click on the video below (English Subtitles available). 

Study Beats

Playlists from the “study beats scene”, as Yowlandi calls it, are an internet phaenomenon. Typing “lo-fi” into the YouTube search bar reveals countless videos, most of them are over an hour long or even 24-hour livestreams. These videos carry names such as “Beats to relax/study to”, “lofi hip hop radio”, “sad lofi for rainy days” or “staying in. lofi/jazzhop mix.”

Often times, the tracks are accompanied by a picture or a short, repeating animation of pastel-toned anime pictures and attract a lot of attention – the most popular 24-hour lo-fi-livestream by YouTube channel ChilledCow usually has over 20.000 active viewers. 

The hour-long, not live broadcasted videos also have a large-scale viewership, with some top videos showing millions of views. These numbers open up the question if these viewers are actually “active listeners.” It might seem more likely that they are, like Yowlandi says, streams for people who don’t actually listen to what they’re listening to. A look at the comment sections could give an answer to that question. The chat next to ChilldedCow’s stream is constantly buzzing with new messages, all around the clock. 

Source: Youtube.com/ChilledCow

While the chat tends to overflow with messages such as “check my channel,” user’s local times, attempted conversations or even spam links, the fixed comments underneath the videos seem much more constructive. 

“School is already stressing me with tests and homework but listening to this helps me relax”, writes user Obi-Aola. “If this music didn’t exist, people like me wouldn’t either”, comments Michael Roque, adding “world goin on around me but I’m in (sic!) me own.” This comment got over 550 thumbs up, as well as numerous replies of people telling Roque they feel the same way.  

Comments like these open up more questions. Does one have to actively listen to music to appreciate it? Is there a “right way” of appreciating music? 

There is no general answer to these questions. In times of people buying machines to fill their bedrooms with white noise when sleeping, a constant background sound seems to carry a lot of meaning. Sitting at home in silence might seem more boring than sitting at home with a supporting soundtrack to underline ones‘ thoughts. So a music genre specifically designed to keep going, basically forever, might be a way of defending loneliness. 

„Lo-fi destabilises what we consider ‘what music should sound like’.“

– Emma Winston

Answering a question about the meaning of lo-fi, Emma Winston says: “I would like to think lo-fi destabilises what we consider ‘what music should sound like’.” “If an artist can now easily make a high-quality recording free of distortion or imperfections like tape hiss, but chooses not to, what does that mean about what sounds are considered desirable?” 

The Future

In the years after its emergence, lo-fi has evolved from a way of recording to its own genre. Throughout the years, its style, as well as the reputation has changed – and will most likely continue to do so.

Study beats playlists might see a further rise in popularity, too. Emma Winston shows her concerns for those, though. “I’m curious to know what will happen to the studying playlists”, she says. “They are totally reliant on a very small number of large centralised distribution platforms.” Winston therefore sees a risk of the playlists‘ instant disappearance in the event of, for example, a copyright breach. This event doesn’t seem that unlikely, since lo-fi heavily relies on sampling sections of other songs – what might become a problem, especially with new rules for data protection and copyright. 

According to Winston, it might also get more difficult for artists to distribute their music without the help of a web-based megacorporation. How should a small local band have the chance of being seen when anonymous streams attract millions of viewers?

Some, like In Love With A Ghost, also fear about the creativity in home-made music. How creative, how meaningful could it be to sample existing songs into a new one? Doesn’t that make the DIY-aspect, which defined lo-fi, disappear? 

Emma Winstons doesn’t think so. „The loss of the DIY-aspect in lo-fi music seems unlikely,” she comments. „I think lo-fi continues to be a DIY practice in many respects.“ 

People will most likely continue making music by putting a low-quality microphone next to an old guitar, clap their hands and just give in to the urge of making music. And even though the distribution of such music might get more difficult, it is not impossible. 

Even Billie Eilish, who is one of the most streamed artists of last year, started making music alone in her room. And even in her recent record, she adds in some occasionally distorted sounds.

It is quite possible that this calculated use of simplicity in music will continue. Maybe in a world full of possibilities to make things technically perfect, some distorted sounds are what people need to remind them that it is still possible to make things by hand.

This article was written and created by Nele Schröder. All photos, unless stated otherwise, were taken by and belong to the author. All rights reserved.

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